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Leben unter einer roten Sonne
25. Mai 2017



Hypothetisches Leben auf einem erdähnlichen Planeten in der lebensfreundlichen Zone eines Roten Zwergsterns. Rote Zwerge sind die häufigsten stellaren Objekte im Universum. Allein für unsere Milchstraße wird ihr Anteil auf 70% aller Sterne geschätzt. Ihre Masse liegt zwischen 50% und 8% der Masse unserer Sonne.

Rote Zwerge geben nur sehr wenig Energie ab, teilweise nur im Bereich von Tausendstel der Sonnenhelligkeit. Für lebensfreundliche Bedingungen an der Oberfläche müsste sich ein Planet sehr nahe an solch einem Stern befinden, mitunter nur wenige Millionen Kilometer. Die vom Stern ausgehenden Gezeitenkräfte würden die Drehung des Planeten schon nach wenigen hundert Millionen Jahren so weit abbremsen, dass fortan immer dieselbe Seite des Planeten dem Stern zugewandt ist. Auf der anderen Seite herrscht ewige Dunkelheit.

Eine solche Situation hat schwierige klimatische Verhältnisse zur Folge. Die Tagseite des Planeten empfängt permanent Sonnenenergie, während die Nachtseite abkühlt. Ein planetenweites Magnetfeld und eine dichte Atmosphäre würden jedoch zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Wärmeenergie führen und die klimatischen Extreme abmildern.

In vielen Modellrechnungen wird der Übergangsbereich zwischen der Tag- und der Nachthälfte als die Region angesehen, in der noch am ehesten gemäßigte, lebensfreundliche Bedingungen auftreten können. Komplexes Leben hätte hier durchaus eine Chance.

Allerdings würde sich das Leben dort sehr drastisch vom irdischen Leben unterscheiden. Einer der auffälligsten Unterschiede betrifft die Farbe. Von Photosynthese lebende Organismen wären wohl schwarz - eine solche Pigmentierung erlaubt die bestmögliche Absorption aller geeigneten Wellenlängen. Zudem würde sich das ganze Leben darauf ausrichten, dass die Sonne permanent aus ein und derselben Richtung scheint und niemals untergeht.

Bei einer ganzen Reihe von Roten Zwergen wurden inzwischen erdgroße Planeten oder Supererden nachgewiesen, nicht wenige davon im lebensfreundlichen Bereich gelegen. Mit verbesserten Teleskopen besteht eine realistische Chance, auch die Vegetationsdecke eines fernen Exoplaneten nachzuweisen und somit die These von Leben auf solchen Welten zu überprüfen.

Wissenschaftliche Hintergründe bieten unter anderem die beiden hervorragenden  Artikel von Nancy Kiang und Kollegen über die Farben der Photosynthese:




 
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